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In den letzten Jahren ist das Interesse an Abnehmmitteln mit GLP-1-Agonisten explosionsartig gestiegen. Mounjaro (Wirkstoff: Tirzepatid) wurde - wie Ozempic - ursprünglich zur Behandlung von Typ-2-Diabetes entwickelt, wird aber wegen seiner bemerkenswerten gewichtsreduzierenden Wirkung zunehmend auch zur Gewichtsabnahme eingesetzt.
Neben den schnellen Ergebnissen berichten jedoch immer mehr Anwender von einer Nebenwirkung, die für viele abschreckend sein kann: erheblicher Haarausfall.
Wichtig ist die Feststellung: Den Haarausfall verursacht nicht das Medikament selbst. Dahinter steckt die extrem schnelle Gewichtsabnahme, die den Körper stark belastet. Wenn der Körper plötzlich eine große Menge Gewicht verliert, stellt er lebenswichtige Funktionen (Organfunktion, Stoffwechsel, Immunabwehr) in den Vordergrund, und das Haarwachstum - als nicht lebenswichtiger Prozess - wird zurückgestellt, verlangsamt sich oder kommt sogar zum Stillstand.
Dieser Zustand heißt medizinisch telogenes Effluvium und kann durch starke körperliche oder seelische Belastungen (schnelle Gewichtsabnahme, Geburt, Operation, fieberhafte Erkrankung) ausgelöst werden. Dabei treten die Haare massenhaft in die Ruhephase (Telogenphase) ein und fallen dann 2-3 Monate später auf einmal aus. Auch der Beipackzettel von Mounjaro weist darauf hin, dass Haarausfall eine häufige Nebenwirkung sein kann.
Mounjaro ist in dieser Hinsicht nicht einzigartig. Auch andere Mittel aus der Gruppe der GLP-1-Agonisten - etwa Ozempic (Semaglutid) oder Wegovy - werden mit Haarausfall in Verbindung gebracht. Auch bei diesen Präparaten kann der Haarausfall durch einen ähnlichen Mechanismus entstehen, nämlich durch den Stress der schnellen Gewichtsabnahme. Es lohnt sich daher zu wissen, dass das Auftreten der Nebenwirkung nicht vom Wirkstoff, sondern vom Tempo der Gewichtsabnahme abhängt.
Die Behandlung von Haarausfall hängt immer davon ab, um welche Art von Haarausfall es sich handelt. Glücklicherweise ist das telogene Effluvium ein reversibler Zustand: Wenn die auslösende Ursache (hier die schnelle Gewichtsabnahme) wegfällt, pendelt sich der Haarausfall in der Regel innerhalb von 3-6 Monaten von selbst wieder ein.
Die verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten unterscheiden sich jedoch je nach Art und Ursache des Haarausfalls
| Behandlung | Anwendung | Merkmale |
| Minoxidil | Äußerliche Lösung zum Auftragen auf die Kopfhaut | Fördert das Haarwachstum; auch rezeptfrei erhältlich |
| Finasterid | Medikament zum Einnehmen | Nur für Männer! Hemmt die Wirkung des Hormons, das den Haarausfall auslöst |
| PRP-Therapie | Injektion von plättchenreichem Plasma aus Eigenblut | Regt die Funktion der Haarfollikel an |
| Lasertherapie | Laserbehandlung der Kopfhaut | Schmerzfrei, regt die Zellteilung an |
| Sauerstofftherapie | Kombination aus medizinischem Sauerstoff, Vitaminen und Mineralstoffen | Verbessert den Zustand der Kopfhaut |
Der Schlüssel zum Behandlungserfolg ist ein möglichst frühes Eingreifen und die genaue Diagnose der Art des Haarausfalls.
Besonders wichtig ist, dass nicht jede Therapie für Frauen und Männer gleichermaßen geeignet ist - einige Mittel können sogar ausdrücklich kontraindiziert sein.
Außerdem wird auch die Haartransplantation bei den Geschlechtern unterschiedlich beurteilt.
Bei einer Haartransplantation (FUE-Technik) werden körpereigene Haarfollikel aus dem Spenderbereich am Hinterkopf in die haarlosen Bereiche verpflanzt. Dieser Eingriff kann wirklich erfolgreich sein, wenn das Ausmaß des Haarverlusts im Verhältnis zur verpflanzbaren Haarmenge steht.
Bei Männern bringt eine Haartransplantation oft schon nach wenigen Monaten eine sichtbare Veränderung, und die Wiederherstellung des frontalen Haaransatzes ist das Hauptziel.
Bei Frauen kann es bis zu einem Jahr dauern, bis das Endergebnis erreicht ist. Ein häufiges Problem ist, dass der Unterschied zwischen den Möglichkeiten des Spenderbereichs und dem Abdeckungsbedarf so groß ist, dass die Operation möglicherweise nicht zu Zufriedenheit führt.
Außerdem muss der eventuell für die Operation nötige Haarschnitt oder ein möglicher Haarausfall nach der Operation gesondert abgewogen werden.
Wichtig: Eine Haartransplantation sollte nur bei stabilisiertem Haarausfall durchgeführt werden. Befindet sich der Haarausfall noch in einer aktiven Phase (zum Beispiel telogenes Effluvium), können auch die verpflanzten Haare ausfallen, sodass der Eingriff zu keinem Ergebnis führt.
Die Anwendung von Mounjaro und anderen GLP-1-Agonisten kann zu erheblichem Gewichtsverlust führen, doch die schnelle Gewichtsabnahme kann zu Haarausfall durch telogenes Effluvium führen. Die gute Nachricht: Dieser Zustand ist reversibel - durch ein langsameres Abnehmtempo, eine angemessene Ernährung und bei Bedarf gezielte Therapien (Minoxidil, I-PRF, Laserbehandlung) wachsen die Haare in der Regel nach.
Allerdings ist nicht jede Therapie bei beiden Geschlechtern anwendbar - Finasterid ist ausdrücklich für Männer gedacht, bei Frauen ist seine Anwendung untersagt. Die Haartransplantation kann als letzte Lösung dienen, aber nur bei stabilem, nicht fortschreitendem Haarausfall, und bei Frauen erfordert sie eine vorsichtigere Beurteilung.
Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt, bevor Sie mit einer Therapie beginnen, und wenn Sie unter der Anwendung von Mounjaro Haarausfall bemerken, besprechen Sie die Möglichkeiten unbedingt mit Ihrem Arzt!
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